Pueppis Schicksal

1998 wurde mein heutiges Herrchen Dieter wie viele andere Menschen arbeitslos. Damit begann eine schwere Zeit für ihn, da er auch noch seine Wohnung verlor. Er gab sich jedoch nie auf und ist durch Zufall bei der Obdachlosenstelle gelandet. Dort erfuhr er, dass er sich mit dem Verkauf der Obdachlosenzeitung über Wasser halten könnte. Nach 35 Jahren geregeltem Arbeitsleben war dies ein ganz schwerer Schritt für ihn. Er begab sich von nun an täglich zum Neumarkt und versuchte begleitet von Angstgefühlen und schlechtem Gewissen die Zeitung zu verkaufen. Die größte Sorge bereitete ihm die nach wie vor fehlende Wohnung und der tägliche Kampf um einen Schlafplatz.

Eines Tages traf er einen Bekannten, der ihm anbot, bei ihm zu schlafen. Und dort wohnte auch ich!!
So trafen sich unsere Wege und Dieter verliebte sich sofort in mich. Mir ging es zu diesem Zeitpunkt gar nicht gut und das spürte auch Dieter sehr schnell. Keiner ging mit mir spazieren und ich bekam mehr Fußtritte als Liebe. Futter gab es auch nur alle drei Tage und ich litt sehr unter meinen damaligen Lebensumständen!
Schlimm waren für mich die Ausflüge meines Herrchens zum Baden. Ich musste immer mit und wurde unter das Wasser gezerrt. Das waren Angst und Panik pur für mich. Noch heute fange ich an zu zittern, wenn ich nur Wasser sehe!
Wenn Herrchen mit mir abends mal wieder nicht Gassi ging und ich nachts aus lauter Not in der Wohnung Pippi machte, konnte ich schon ahnen, was mir morgens wieder blühen würde …
Tja, mehr will ich über diese schwere Zeit gar nicht erzählen, da mich das sonst wieder so traurig macht.
Was Liebe ist, sollte ich erst später erfahren.
Oft zankte sich Dieter mit meinem damaligen Herrchen und machte ihm heftige Vorwürfe bezüglich seiner Behandlung mir gegenüber. Dieter machte sich tagelang Gedanken, wie er mich da rauskriegen könnte, aber guter Rat war teuer. Wenigstens kam ich mit Dieter nun täglich an die frische Luft, erfuhr die ersten Streicheleinheiten meines Lebens und durfte endlich auch mal die Natur genießen. Da konnte ich gar nicht genug davon kriegen! Mit unguten Gefühlen gingen Dieter und ich anschließend wieder zurück in die Wohnung und die Streiterei zwischen den Männern begann von vorne. Ich spürte, dass die Situation Dieter keine Ruhe ließ und er sich den Kopf zermarterte, wie er mir helfen könnte.
Der Versuch, mich einfach abzukaufen, scheiterte leider und endete in einem Tobsuchtsanfall meines Herrchens. Ich war darüber sehr traurig.

Doch einige Wochen später, als mein Besitzer mal wieder pleite war, kam er völlig unerwartet auf Dieter zu und fragte, ob er mich immer noch abkaufen möchte. Das war die Gelegenheit! Allerdings wollte er 750 DM für mich haben, was für den arbeitslosen Dieter sehr, sehr viel Geld war. So verkaufte er die Obdachlosenzeitung von nun an täglich zwei bis drei Stunden länger, um das nötige Geld so schnell wie möglich zusammen zu bekommen. Und eines Tages war es soweit – mein neues Leben mit Dieter konnte beginnen. Wir zogen zu einem Freund und eine schöne Zeit begann.

Wenn wir durch die Straßen Kölns spazierten, zog ich immer wieder die Aufmerksamkeit auf mich und alle fanden mich einfach süß. So wurde ich bald die stadtbekannte kleine Püppi.

Sogar der WDR wurde auf mich aufmerksam und ich durfte bei einem Vorspann für das Fernsehen mitspielen. Das hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich mir ein Leben als Fernsehstar gut vorstellen konnte. So ein Vorspann kann doch nicht alles gewesen sein! Und siehe da, nach einigen Wochen bekam ich Post vom WDR mit dem Angebot einer Fernsehrolle! Ich sollte in Jupp’s Kneipentheater mitspielen! Das war die Sensation! Dieter und ich freuten uns riesig! Bis zum heutigen Tag erfreue ich meine Fans am Bildschirm und genieße die Zeit im Rampenlicht bei „Stratmanns“.

Nebenbei gastiere ich gelegentlich am Theater oder bei sonstigen Events und erfreue meine Fans.

Eine kleine weiße Püppi, sie zappelt durch die Welt!
Sie wackelt mit dem Schwänzelein, so wie es ihr gefällt.
Wuff, wuff, wuff, wuff, wuff, wuff …

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